Vitamin und Verbrechen
Zum 75. Todestag von Adolf Loos
Der folgende Text ist eine Auftragsarbeit. Gestern telefonierte ich mit Lutz, einem Informatiker und BWL’er, der sich für meine Texte eigentlich nicht interessiert. Da er demnächst zu Besuch kommt, habe ich ihm vorgeschlagen, sich doch von meinen Rezepten anregen zu lassen und ein Menü vorzuschlagen, dass ich dann kochen könnte. Doch Sabine redete dazwischen und empfahl ihm ein Original Wiener Schnitzel, dass von mir zubereitet richtig toll schmecken würde.
Für Lutz
Damit hatte sie nun unwissentlich meine heimlich Absicht, Lutz noch mal auf meine Seiten zu locken, unterlaufen. Wiener Schnitzel also. Von mir aus. Aber Lutz hatte schon KHeck.info eingetippt und reagierte nun mit einer unerwarteten Bitte. Ob ich nicht mal was über Vitamine schreiben könne und Aufbaupräparate. Genauer: Machen Vitamine und Aufbaupräparate eigentlich Sinn?
„Klar, mach ich” versprach ich. Ganz BWL’er fügte er schnell noch hinzu: „Aber nicht, dass du mir das in Rechnung stellst?” — Keine Sorge. Ich lege ja Wert darauf, nicht von der Krankheit homo oeconomicus befallen zu sein. Ich gehorche einfach einem Freund ohne nach dem Vorteil zu fragen. Wie Nietzsche, dessen Freund Carl von Gersdorff Vegetarier wurde und nun von Nietzsche verlangte, es ihm gleich zu tun. Nietzsche antwortete:
Geistig produktive und gemütlich intensive Naturen müssen Fleisch haben. [...] Indes um Dir meine wohlmeinende Energie zu zeigen, habe ich dieselbe Lebensweise bis jetzt eingehalten und werde dies solange tun, bis Du selbst mir die Erlaubnis gibst anders zu leben.[1]
Aber als ich mich dann gestern Abend vor meinen IMac setzte, bereute ich zunächst dieses rasche Versprechen. „Was kann ich schon zu Vitaminen schreiben”, dachte ich. Schließlich bin ich weder Chemiker, noch Mediziner, sondern Sozialarbeiter und Philosoph. Blieb mir also nichts zu tun, als das, womit die meisten Journalisten den ganzen Tag verbringen: irgendeinen Scheiß zusammenzuschreiben aus Forschung, Aberglaube und dem herrschenden (gesund genannten) Menschenverstand?
Vitamine machen keinen Sinn, im Gegenteil
Ich überlegte, wann ich das letzte Mal ein Vitaminpräparat gekauft hatte. Und da fiel es mir ein: es war schon lange her und es war im Aldi. Allein, ich hatte dieses Zeug nur gekauft, weil ich die Kapseln wollte. Ich hatte also die Vitamine ins Klo gespült und die Kapseln dann mit Amphetamin aufgefüllt, weil ich diese Droge nicht durch die Nase geschnupft vertrug. Ich komme gleich darauf zurück.
Aber vorher will ich mich doch wenigstens bemühen, Lutzens Bitte gerecht zu werden. Ich kann mir vorstellen, dass er schon jetzt genervt ist, wenn er den Text bis hierher liest. Zeit ist Geld — Und Philosophie ist das Gegenteil davon. Ich verstehe das ja. Ich habe mir ja früher auch so Bücher wie Der 5-Minuten-Manager gekauft und fand bei seiner Einführung den Focus ja viel informativer, als den Spiegel mit seinen langen Texten, von der ZEIT ganz zu schweigen. Also gut:
Vitamine bringen nix. Das kann man etwa hier nachlesen. Schlimmer noch: Vitamine, nicht nur Vitamin E, auch Vitamin C sind gefährlich. Das schreibt der Spiegel. Und ganz ausführlich kann man das alles in dem Text Sprudelnde Geschäfte nachlesen. Auch wenn es hier eigentlich um deutsche Exporte von gefährlichen Medikamenten in die dritte Welt geht, finden sich jede Menge Details zu den auch bei uns angebotenen Multi-Vitamin-Cocktails.
Nachdem ich im letzten Absatz hoffentlich genügend Fakten Fakten Fakten geliefert habe, kann ich nun ja ohne schlechtes Gewissen schwafeln. Indem ich z.B. die Frage nach dem Sinn von Vitaminen mal wörtlich nehme und dann beantworte: Vitamine machen ja gerade keinen Sinn. Eine Orange ist sinnlich. Als Pubertierender durfte ich mal länger aufbleiben und habe ein paar erotische Kurzfilme im ZDF anschauen dürfen. Nicht ausgerechnet Banane, sondern ein Film, der aus Nahaufnahmen von Orangen bestand, schaffte es damals tatsächlich, mir einen Ständer in die Hose zu zaubern. Vitaminpillen sind dagegen nicht nur unsinnig, wie im letzten Abschnitt kurz angesprochen, sie sind auch unsinnlich. So kann ich zwar schon vom Weiten Kirschen und Orangen auseinanderhalten, aber z.B. nicht ein Amphetaminpulver oder ein Vitaminpulver.
So etwas wie Vitamine gibt es nicht
Aber Vitamine sind nicht nur unsinnig und unsinnlich. In Wahrheit gibt es sie überhaupt nicht, so wenig, wie es „Alzheimer” oder „Legasthenie” gibt. Vitamine sind nichts als Namenszauber, Etikettenschwindel. So ist eine Kartoffel für mich eine Kartoffel und für dich und für jedes Schwein. Aber Vitamin C etwa ist nach der gültigen Definition für dich ein Vitamin, aber für kein Schwein. Weil sich Schweine nämlich ihr „Vitamin C” selbst produzieren können. Um ein Vitamin zu sein, muss eine Substanz nämlich drei Voraussetzungen erfüllen: Sie darf (jedenfalls nicht hauptsächlich) kein Energieträger sein, sie muss lebenswichtig für mich sein und sie muss die Voraussetzung erfüllen, dass mein Organismus sie nicht selbst produzieren kann. Demnach können auch Zigaretten, Alkohol und andere Drogen Vitamine sein. Ich würde mal sagen, Alkohol ist in unserer Pop/Leit-Kultur ein ganz unverzichtbares Vitamin, nicht nur zur Selbst- sondern sogar zur Arterhaltung, denn ohne die enthemmende Wirkung von Alkohol wäre die Paarungsbereitschaft vielleicht noch viel mehr gefährdet, als sie es ohnehin schon ist. Dass wir also jedenfalls mit Vitaminen Orangen und Zitronen, also etwas Gesundes, eher verbinden, als mit Amphetamin oder Alkohol, hat eher etwas mit Werbung zu tun, als mit Wahrheit. Und nur der Vollständigkeit halber: Auch Legasthenie ist kein Phänomen; sondern eine willkürliche Abgrenzung, eine Erfindung, die einen Therapie-Markt für besorgte Eltern geschaffen hat. Man hat einfach definiert, dass Legastheniker jemand ist, der schlecht lesen kann, aber ansonsten eigentlich nicht doof ist. Hat man erstmal so einen Namenszauber in die Welt gesetzt, dann kommen die „Ursachen”-Forscher, die den Unterschied zwischen einer Speisekarte und dem Essen oft genau so wenig auseinanderhalten können, wie die Entwickler von auf dem Zauber beruhenden Anwendungen. So haben dann Vitamine auf einmal „Aufgaben”, die sie „erfüllen” und sie „dienen” uns. Da sage noch einer, heutzutage glaube niemand mehr an Heinzelmännchen.
Vitamine sind ein Verbrechen
Kaum ein Text hat die Landschaft, die wir (noch) heute täglich vor Augen haben, wenn wir uns in unseren Städten bewegen, mehr beeinflusst, als Ornament und Verbrechen von Adolf Loos. Dabei kennt außer Architekten kaum einer diesen Text oder diesen Mann. Und vielleicht bin ich gar der Erste, der eine Brücke baut, zwischen diesem Text (der ein Verbrechen ist) und der Herrschaft der Vitamine (die ebenfalls ein Verbrechen ist).

Bild: „Ausgestopfte Tierleiche” Spanferkel als heidnisches Relikt
Nun fragt man sich vielleicht, was ein Text aus der Welt der Architektur mit Nahrung zu tun hat? Da lasse ich doch gleich mal Adolf Loos selbst zu Wort kommen:
Die schaugerichte vergangener jahrhunderte, die alle ornamente aufweisen, um die pfauen, fasane und hummern schmackhafter erscheinen zu lassen, erzeugen bei mir den gegenteiligen effekt. Mit grauen gehe ich durch eine kochkunstausstellung, wenn ich daran denke, ich sollte diese ausgestopften tierleichen essen. Ich esse roastbeef.
„Mit Essen spielt man nicht!” heißt die moralische Übersetzung dieses Geschmacksurteiles. Und bald werden Eltern ihren Kindern nicht nur das Spielen mit dem Essen, sondern sogar das Spielen/Sprechen beim Essen verbieten. Wie die Hacken so die Backen (wer schnell arbeitet, ißt auch schnell), hieß es im Ruhrgebiet und das einzige Spiel, das nicht nur erlaubt, sondern den Kindern regelmäßig aufgenötigt wurde, heißt Kaiser, König, Bettelmann[2]: Das Kind, das seinen Teller als Erster leer gegessen hatte, rief stolz und laut Kaiser! — und auf den Letzten zeigten die anderen Kinder mit den Finger und riefen höhnisch: Bettelmann, Bettelmann!
Adolf Loos steht hier für diesen neuen kapitalistischen Fruchtbarkeitskult, den man in Architektur und Kunst Funktionalismus nennen wird und der in voller Wucht das im Krieg ausgebombte und s.g. wiederaufgebaute Ruhrgebiet meiner Kindheit prägte. Neben dem Primat der Arbeit bzw. als dieses wirkt hier der Anspruch des Satzes vom Grund (nihil est sine ratione), der heute verkürzt im Anspruch auf Gewahrsein allgegenwärtig ist, im Bezug auf das Essen bewusste Ernährung genannt. Loos setzt durchaus richtig diesen modernen Anspruch in Gegensatz zum Heidentum. Und er nennt das Festhalten am heidnischen Ornament ein Verbrechen. Ich kann mir an dieser Stelle den kurzen Einschub nicht verkneifen, die aktuelle Wut auf die (angeblich „patriarchalische”) Verschleierung der Muslima ebenfalls auf den Verstoß gegen den herrschenden Anspruch auf Gewahrsein zurückzuführen. Verschleierung ist das Verbrechen gegen das herrschende Gebot der Entblößung.
Bewusste Ernährung bezeichnet also den Anspruch auf das Gewahrsein seiner Funktion. „Jedem nach seinen Bedürfnissen” — diese einst ferne Traum ist heute zum herrschenden Albtraum geworden. In England werden die Eltern nicht nur regelmäßig über den Bodymassindex ihrer Kinder als Qualitätsmerkmal dieser geforderten bewussten Ernährung informiert, sondern sind jetzt bei Nichteinhalten auch mit Sorgerechtsentzug bedroht. Und in Deutschland scheint nach dem zunächst abgelehnten Vorstoß der Grünen, die (ebenfalls aus England stammende) Ampelkennzeichnung für Lebensmittel zu übernehmen, sich zunehmend eine Mehrheit dafür abzuzeichnen.
Die heidnisch/katholische „ausgestopfte Tierleiche” verhält sich zum protestantisch/amerikanischen „Roastbeef” wie dieses zum atheistisch/nihilistischen Vitamin- und Aufbaupräparat, das sich vom Abrichten am body mass index und der Ampelkennzeichnung nur graduell aber nicht wesentlich unterscheidet: Es ist wesentlich die Vernichtung des Spielraumes. Und hier trifft genau der Begriff Obszönität: = wörtlich: „der Nahrungsaufnahme zuwider”. Aus heidnischer Sicht ist die schmucklose auf bedarfsgerechte Sättigung reduzierte Nahrung obszön, ekelhaft — ein Verbrechen. Es ist die Entzauberung genannte Verbannung des göttlichen Eros, dem noch heidnische Askese geweiht war zugunsten der nackten Tatsache der Befriedigung des entblößten Bedürfnisses. Das Bedürfnis ist von Anfang an die Fortsetzung der Beichte, für die Gewahrsein oder „Stimme des Herzens” nur eine Metapher ist: So „ist man zum Geständnis als Anerkennen bestimmter Handlungen und Gedanken als der eigenen übergegangen. Lange Zeit hat sich das Individuum durch seine Beziehungen zu anderen und durch Bezeugung seiner Bindung an andere (Familie, Gefolgschaft, Schirmherrschaft) ausgewiesen; später hat man es durch den Diskurs ausgewiesen, den es über sich selbst halten konnte oder musste.”[3] Die Praxis der Beichte/Entblößung regeneriert durch Bejahung/Narzissmus nicht automatisch Lebenskunst im weitesten Sinne, als Kunst des Essens, des Wohnens, der Erotik, wie sie noch etwa in arabisch-islamischen Gesellschaften tradiert wird. Im Gegenteil: sie „befreit” das „Allzumenschliche”, den Homo sacer, das nackte Leben, das sich blind und gierig dem Fressen, Ficken und Konsum hingibt, um dann wieder ängstlich blinzelnd die herrschenden Experten nach seiner Gesundheit zu befragen und sich von ihnen leiten zu lassen. Auch hierzu gibt uns Alfred Loos ein Zeugnis. Er hat sich mehrfach an kleine Mädchen herangemacht. In einem Prozess wird ihm u.a. vorgeworfen, dass er „die achtjährige Erika P. und die zehnjährige Ida F. missbraucht habe, indem er sie am Geschlechtsteil betastete, ihnen den Geschlechtsteil leckte und sein Glied mit der Aufforderung in die Hände gab, daran zu reiben[4]. Hier kommt es darauf an, nicht einfach sexuellen Missbrauch von Kindern zu diagnostizieren und damit stillschweigend ein „Zu viel” oder ein „falsches Objekt” von Erotik zu verbinden. Vielmehr kommt es gerade im Zusammenhang dieses Textes darauf an, die Verbindung zur Entblößung herzustellen, zur nackten Befriedigung als Folge des Gewahrseins eines von jedem Ornament, jedem Schmuck gelöstem Sex. Nichts gegen die erotische Liebe eines Erwachsenen zu einem Kind. Es ist nicht die Erotik, die hier stört, sondern im Gegenteil die Abwesenheit von Erotik, die Obszönität nackter Funktion, die sich entlädt.
Gegen das pure Geschäft, die pure Arbeit, den puren Sex und die pure Nahrungsaufnahme müssen wir den selben Ekel empfinden, wenn wir ein gutes Leben führen wollen. Und wir müssen erkennen, dass dieses gute Leben nicht aus der Stimme des Herzens, sondern aus dem Ritual, dem Gehorsam, dem Fest hervorgehen kann als wesentliche Verschwendung, d.h. Abkehr von der Wahrheit des Bedürfnisses. Mit anderen Worten heißt das, dass die Funktion der Form wieder untergeordnet werden muss, die Herrschaft der Funktion in allen Bereichen aufgegeben werden muss. War das Christentum die Verdammung des Fleisches, so ist die Vitaminpille seine Vernichtung.
Fußnoten:- Janz-Nietzsche Bd. 1, 341f [↩]
- Heute ist Kaiser König Bettelmann nur noch als Leitsatz für die Vereilung der Menge von Mahlzeiten bekannt. Morgens Essen wie ein Kaiser (viel), Mittags wie ein König (mittel) und Abends wie ein Bettler (wenig). Auch dieser ernährungswissenschaftlich übrigens widerlegte Satz folgt dem – naiven – Maschinenmodell (so wie man ein Auto vor langer Fahrt volltankt, während es in der Garage ja nichts braucht), dem Vorrang der Arbeit. [↩]
- Michel Foucault: Der Wille zum Wissen, Sexualität und Wahrheit I, S. 76 [↩]
- vgl. Wikipedia und den Artikel Pyjama und Verbrechen [↩]
21. August 2008 um 23:34
Klar ist dass Nannis mehr schaden anrichten als nutzen, aber Vitaminpräperate als Verbrechen zu bezeichnen ist schon sehr weit hergeholt. Sicher ist es besser diese in Früchten etc. aufzunehmen. Aber warum sollte es verboten sein z.B. eine Grippe u.A. mit Vitamin-C-Tabletten zu bekämpfen ?
Übrigens, es gibt in der Pharmaindustrie eine starke Lobby Vitamintabletten weitgehend einzuschränken, z.B. durch Apothekenpflichtigkeit oder gar Verschreibungspflichtigkeit. Das Vitamine so gefährlich sind hat sich weitgehend als Humbug rausgestellt.
Sehr problematisch finde ich hingegen Psycho-Enhancement:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28240/1.html
Nicht, dass ich eine völliges Verbot richtig finde, Möglicherweise kann sowas auch bei einigen Leuten therapeutisch sinnvoll sein ( z.B. Leute die wirklich sehr schwach auf bestimmten Gebieten sind ). Gibst man sowas aber frei, dann erzwingt der Konkurrenzdruck irgendwann, dass fast alle sowas nehmen müssen.
Thors Hammer
22. August 2008 um 06:00
Verziehrungen brechen meiner Meinung nach nicht mit dem “Form follows Function”, sie haben den Zweck, Sinnen zu Schmeicheln, die normalerweise nicht betroffen wären (”mit den Augen essen”), und ihre Form ist dem absolut angemessen.
Es gilt eingentlich immer “Form follows Function”, da die Form des Gegenstands seine Wirkung ausmacht.
Interessant ist aber, dass man aufgrund der Form nun Vermutungen über die Absichten des Formenden anstellen kann, beispielsweise, dass dem Formenden an mehr als der Ernährung gelegen haben muss, wenn das Essen auf bemalten Tellern liegt (was ja den Nährwert in keiner Weise verändert).
Oder eben: Dass der Formende nicht lediglich die Ernährung des Essers im Kopf gehabt haben kann, wenn er Vitaminpräparate erfindet, da es auch bei eher einseitigen Essgewohnheiten nahezu unmöglich ist, an Vitaminen unterversorgt zu werden. Er würde auch keine Süßstoffe erfinden, warum ein unerwünschtes rauschendes Fest zu einem kläglichen Fest machen, wenn man es absagen könnte? Cola Light ist auch nur verziehrtes Wasser.
Ich habe bei der “Gesunden” oder “Bewusten” Ernährung nicht den Eindruck, dass sie rein am Minimum orientiert ist, ganz im Gegenteil. Minimal hieße: ~2000 Kalorien pro Tag, egal wie. Die geplanten Ampeln unterscheiden jedoch völlig hirnlos in “Sünde” und “Gute Tat”, als ob 10 Kilo Nudeln weniger Fett machen würden als eine Tüte Chips.
Völlig Wahllos werden Nahrungsmittel mit dem Ettikett “Gesund” versehen, ohne das man genau sagen kann, wie sich dieses “Gesund” denn nun Manifestiert.
Menschen, die sich “Bewust Ernähren” gehorchen jedem Tag vielen Ritualen, ohne dass sie es merken, sie segnen sich mit Probiotischen Joghurtkulturen, die sich von normalem Joghurt so unterscheiden, wie das Weihwasser vom Wasser. Sie tun Buße für die begangenen Kaloriensünden indem sie sich im Fitnesscenter quälen. Sie lesen Lifestylezeitschriften wie Bibeln und ignorieren genauso die offensichtlichen Widersprüche in ihnen.
Hier wird deutlich stärker Ritualen gehorcht, als wenn ich von einem schmucklosen weißen Teller mein fast Rohes Steak mit Kräuterbutter esse, völlig unverziehrt, weil in meinen Augen eh nichts an die Schönheit dieses blutigen Stücks rankommt, und Verziehrungen es somit nur schlechter machen könnten.
Und ich wette, dass mein “puritanisches” Steak trotzdem ein größeres Fest ist als die unter einem Berg Verziehrungen versteckten Ballaststoffe der Diätgläubigen.
@thors hammer: laut wiki “gibt [es] Hinweise darauf, dass sich die Dauer einer Erkältung durch das Vitamin geringfügig verringern lässt”, da scheint man sich also z.Z. nicht allzu sicher zu sein. Vielleicht solltest du bei der nächsten Grippe sicherheitshalber das Vitaminpulver in Weihwasser, am besten aus Lourdes, auflösen, da gibt es auch viele Hinweise, dass es Krankheiten heilt.