Nicht schwanger, der Traum ist aus…
… aber wir werden alles geben, dass er Wirklichkeit wird.

Am 20. Juli fing es an. Und nun nach kaum zwei Wochen ist es auch schon wieder – fast – vorbei. Und wie schon so oft haben wir es, hat Sabine es, von Anfang an falsch angefangen. Es erinnert mich jedes Mal irgendwie an meine erste Ehe, die ausdrücklich als Scheinehe geplant war, damit ich als Vater von Sara überhaupt als Sorgerechtsinhaber infrage kam, damals, 1979, gab es keine andere Möglichkeit. Aber das magische Wort “verheiratet” trieb uns in damals kürzester Zeit in die Kleinfamilie.
Sabine und ich möchten eine polyandrische Beziehung leben. Unser Problem ist dabei, einen Mann zu finden, mit dem das geht. Nun gibt es im Internet, man muss nur mal nach dem Stichwort Cuckold googeln, jede Menge Männer, die sich gern als „Lover”, so der Jargon, als zweiter Mann, in ein Paar einbringen wollen und es gibt anscheinend sogar noch mehr Paare, die einen geeigneten „Lover” suchen. Allein – hier steht meist der pure Sexspaß im Vordergrund, die Leute bewegen sich in hedonistischen Swingerkreisen oder es sind traurig ungeschickte Singles, die hoffen, wenigstens auf diese Weise auch mal „an einen Stich” zu kommen.

Bild: Sabine posiert mit Kissen vor dem Spiegel. Noch hofft sie...
Nun ist Sabine ja recht attraktiv und bekanntermaßen bilden sich viele Kontakte am Arbeitsplatz. So hat Sabine auch ihren aktuellen Liebhaber, einen ehemaligen Zivi, während der Arbeit kennen gelernt und dann zufällig in der Stadt getroffen. „Wollen wir mal was zusammen machen?” Mit dieser „unschuldigen” Frage an Sabine, die den Jungen süß fand, startete auch diesmal der Weg in die Erotik. Sabine erzählt dann, wenn sie sich auf ein Treffen einlässt, dass sie mit mir zusammenlebt und dass ich von diesem Treffen auch weiss. Und immer wieder hören das die Männer zwar, überhören es aber auch sofort wieder. Es bildet sich eine „Parallelbeziehung”; Sabine geht zu den Männern und spielt mit diesen dann Monogamie, so wie wir als Kinder Mutter, Vater, Kind gespielt haben. Ich werde in diesem Spiel einfach verdrängt. Doch dann kommt schnell das Erwachen. So auch diesmal. Als es vor ein paar Tagen Sabine ein paar Mal übel wurde, hoffte sie, schwanger zu sein, von ihm oder mir. Sie posierte vor dem Spiegel, mit einem Kissen. Schaut gut aus, sagte ich und streichelte ihren falschen Bauch. Aber dann kam die Monatsblutung. Und zurück bleibt ein traurig verliebter Junge, der „irgendwie” gedacht hatte, Sabine wäre mit mir nicht so richtig zusammen und sie könnte seine Freundin werden, seine ganz allein.
Ich sage Sabine immer wieder, dass es so schon von Anfang an falsch läuft, dass sie, wenn sie jemanden interessant findet, den erst mal in unsere Wohnung einladen soll, dass gutes Leben an unseren guten Haushalt gebunden sein muss, an Gastfreundschaft aus der sich dann mehr entwickeln kann, vielleicht. “Aber das wollen die ja nie” sagt Sabine dann. Schade.