Turbo.264 läuft nicht mit Final Cut!

14000 Empfehlungen im Netz:  Alle Falsch!

Es gibt keine Möglichkeit in Final Cut Mittels Turbo, das Material direkt an Youtube zu übergeben.

Das schreibt mir heute der Elgato Support, nachdem ich vor Wochen gefragt habe, wie denn der Beschleuniger nun mit Final Cut eingesetzt werden soll.

Derzeit liefert Google bei der Eingabe von  Final Cut und Turbo.264 über 14000 Seiten: In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Empfehlungen; da melden Leute etwa begeistert, dass die Komprimierung von ihren Videos aus Final Cut in ein h.264-Format jetzt sehr viel schneller ginge. Da müssen sie sich aber irgendwie irren…

Soweit lehnt sich Elgato zwar nicht aus dem Fenster, aber immerhin wirbt die Firma auf Ihrer Web-Seite damit:

Als Video-Profi suchen Sie nach einem effizienten und kostengünstigen Weg, Ihre Videos für das Web oder Streaming zu exportieren? — Dann brauchen Sie Turbo.264!

Nun weiß aber sicher jeder Video-Profi, dass durch mehrfaches Komprimieren die Qualität empfindlich leidet. Um also überhaupt die Komprimierung eines Final Cut Pro-Projektes zu unterstützen, müsste sie direkt aus dem Projekt heraus, etwa mit dem Kompressor oder den Einstellungen über Quicktime-Export möglich sein.  Da ich entsprechende Einstellungen nicht fand, dachte ich, dass der Beschleuniger vielleicht unbemerkt im Hintergrund liefe und testete ein paar Sequenzen. Dabei dauerte die Komprimierung der Projekte teilweise sogar länger! als ohne Turbo.264. Also wandte ich mich an Elgato.

Die verweisen darauf, dass Turbo.264 mit iMovie 8 hervorragend zusammenarbeite — das mag sein, aber welcher Profi arbeitet mit iMovie (gar mit dem reinen Gimmick Version 8)?

Ihre freundliche Entschuldigung endet Elgato mit dem Satz: „Wir haben Verständnis dafür, dass Sie das Gerät bereits zurückgegeben haben.” Habe ich aber gar nicht, denn: Die Komprimierung aus Eye-TV heraus wird wirklich stark beschleunigt und auch der einfache Export vorhandener .mov-Filme nach You-Tube klappt hervorragend. So bin ich auch weniger von Elgato enttäuscht, als davon, dass sich wieder einmal bestätigt, dass nicht nur Journalisten, sondern offensichtlich auch Blogger allzu gern voneinander abschreiben — ohne dann die Quelle anzugeben. So entsteht nach dem Schneeballprinzip: Massen-Unsinn…

2 Kommentare

  1. Dieter Gloger schreibt am:

    Danke! Ich dachte schon, ich bin zu doof. Bei mir hat es nämlich auch nicht geklappt. :-(

  2. Torsten schreibt am:

    Uncompressed ausspielen und in das Turbo-Programm von Elgato werfen.
    Das ist zwar nicht schneller, als direkt encoden, aber vielleicht liegt die uncompressed-Variante ja eh vor.

    Leider klinkt sich der Turbo nicht als bzw. für die Quicktime-Komponente ein, sonst würde es mit allen darauf basierenden Programmen funktionieren. Das wäre tatsächlich genial.

    Gruß, Torsten

Notizen zum Text (von mir und Gästen)