Pesto Alla Genovese

Nur ein gestampftes Pesto ist ein echtes Pesto

Traue keinem Italiener, der sein Pesto mit dem Zauberstab oder im Mixer bereitet. Nicht ohne Grund scheinen die einst so kinderfreundlichen Italiener inzwischen Schlußlicht in Sachen Kinderfreundlichkeit in Europa zu sein. Sie scheinen keine Zeit mehr zu haben für die wichtigen Dinge im Leben, wie essen…

Jedenfalls heißt Pesto übersetzt schon Zerdrücktes und nicht Gehacktes. Beim Vergewaltigen der Zutaten mit dem Mixer werden diese nicht nur allzuleicht warm, beim Schneiden werden auch die Aromen nicht aus der Faser heraus gezwungen und das schmeckt man am Ende nämlich doch! (Bilde ich mir jedenfalls ein).

Man benötigt also unbedingt einen Mörser, außerdem:

 

  • 1-2 Töpfe Basilikum (ca. 40 g)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 40 g Pinienkerne
  • 50 g Parmesankäse
  • 100 ml Olivenöl (oder Sonnenblumenöl zur Hälfte mit Olivenöl mischen)
  • grobes Meersalz

 

Das Basilikum komplett mit der Schere kurz unterhalb der untersten Blätter abschneiden. (Wenn man den weiter ziehen will, unbedingt die untere Blätterreihe stehen lassen, aber ich will nicht).

Nun nur die unteren Blätter abzupfen, falls die Stiele holzig sind. Ansonsten und überhaupt: Die Basilikumblätter komplett mit Stielen mit dem Kochmesser etwas klein schneiden. (Ich denke jedesmal, mein Mörser ist viel zu klein. Aber zerstampft sieht das dann ganz anders aus).

Dann mit der Knoblauchzehe und etwas Salz im Mörser, wie das australische Mädchen im Video, gründlich zermantschen. 

Den Parmesankäse reiben. Da muss ich mal wieder über unsere deutschen Supermärkte meckern. War ich jahrelang froh, dass man nicht nur dieses Bitterpulver, sondern endlich auch Parmesan am Stück bekam, hat PLUS den mittlerweile aus dem Sortiment genommen (um Platz für all den angeblich fettarmen Dreck von Fertigzeugs zu schaffen) und letztens habe ich dann im Kaufhof für viel Geld Parmesan gekauft, der schlechter schmeckte, als Stinkefüße riechen. Glücklicherweise ist in Aachen die belgische Kette DelHaize vertreten. Ein Grund (vielleicht der Einzige) hier her zu ziehen.

 

Bild: Pesto genovese

Bild: Pesto genovese

 

 

Jedenfalls nun in einer Schüssel die zerstoßene Mischung mit dem Parmesan (von dem man etwas zurückbehält, um ihn nachher über die Nudeln zu streuen) vermischen und nach und nach das Öl unterrühren, fertig. Die Hälfte fülle ich in ein Marmeladenglas und gieße etwas Öl darüber. So hält sich das Pesto theoretisch wochenlang. (Insgesamt sind das vier Portionen.)

Die Spaghetti kochen und abgießen, aber einen Rest Wasser im Topf lassen. (Ich habe diesmal frische Spaghetti gemacht, weil ich vergessen hatte, Nudeln einzukaufen).

Nun das Pesto mit den Nudeln vermengen, auf Teller füllen und mit Parmesan bestreuen. Dazu trinken wir einen leckeren Riesling von der Nahe.

Notizen zum Text (von mir und Gästen)