Reibekuchen

Lecker, vielseitig aber gar nicht mal so einfach herzustellen

Reibekuchen, Kartoffelpuffer oder wie sie sonst noch heißen, sind sehr vielfältig und nicht nur pur, mit Apfelmus oder Rübenkraut, sondern auch als Beilage geeignet.

Der Vorteil, sie selbst herzustellen, liegt unter anderem darin, dass TK-Fertig-Produkte zwar die ersten Mal lecker schmecken mögen, aber nach einer Weile stört der immer exakt gleiche Geschmack. So einfach sie von ihren Zutaten her auch sind, durch kleine Variationen – so behaupte ich – könnte man ein ganzes Jahr lang täglich Reibekuchen backen und sie würden jedesmal etwas anders schmecken.

Das fängt mit dem Reiben an. Häufig nutze ich gröbere Scheiben meiner Kitchen-Aid und nicht die traditionelle Kartoffel-Reibe, mit der sie sehr fein werden (und man dann mehr Mehl, Paniermehl oder Haferflocken zufügen muss, weil der Teig sonst zu wässrig ist). Grob gerieben erinnern die Reibekuchen dann etwas an Schweizer Rösti.

Zutaten:

  • 3 große Kartoffeln
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Eier
  • Paniermehl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel

Erst reibe ich die Zwiebel, dann die Kartoffeln und zuletzt ein altes Brötchen in der Küchenmaschine.

Dann stelle ich mit dem Mörser meine Gewürzmischung her.

Das dauert wirklich keine Minute.

Übrigens: Eine Pfeffermühle gibt es in meinem Haushalt schon lange nicht mehr. Die verklebt doch immer so leicht, weil man einfach verführt ist, sie in den Dampf über irgendwelches Bratgut zu halten. Und auch meine Muskatreibe ist ausrangiert. Ich liebe einfach meinen Mörser. Noch was zum Mörser: Auf dem Foto oben sieht man in der linken Ecke unten etwas Weißes; das ist kein Salz (und auch kein Koks oder Amphetamin), sondern ein kleiner Rest vom Puderzucker, den ich da vorher mit gemacht habe. Ich schütte nämlich meist meinen Mörser nur aus, wische vielleicht etwas mit dem Finger hinterher. Man muss ihn nicht jedesmal spülen, denn leichte Gewürzreste stören – wie in diesem Fall der Zucker – meistens nicht. 

Nach einer Minute habe ich also meine Würzmischung. Bleibt davon was übrig, lasse ich sie entweder im Mörser oder schütte sie in ein Gläschen. Genau die gleiche Mischung verwende ich z.B. für Kartoffelbrei.

Nun gebe ich ausreichend Butter und Öl in die Pfanne. Bei zu wenig Öl und zu wenig Hitze saugt sich der Teig mit dem Fett voll und ich habe das Gegenteil erreicht, was ich vielleicht wollte: Fettige Dinger.

Ich benutze einen Edelstahl-Portionsring, den ich in die Pfanne lege und dann fülle ich schnell mit einer Schöpfkelle den Teig hinein. Der Vorteil ist dabei nicht nur, dass die fertigen Puffer so eher rund werden, sondern auch, dass ich mehr Puffer auf einmal backen kann. Mit der angegebenen Menge brauchte ich also nur zwei Durchgänge, während meine Mutter früher beim Reibekuchen backen (so kam es mir als Kind jedenfalls vor) ewig am Herd stand. Sobald sich die Puffer durch rütteln an der Pfanne lösen lassen, wende ich sie mit meinem Baumarktspachtel und lasse sie auch von der anderen Seite ein paar Minuten brutzeln. Sie schmecken auch noch kalt. Sabine isst sie am liebsten mit Apfelmus.

Notizen zum Text (von mir und Gästen)