Grünes Pfefferminz-Eis
Mit giftig grünem Farbstoff

Mit Essen spielt man nicht. Eine der Varianten dieser deutschen und eigentlich platonischen Leid-Kultur beinhaltet die Regel, dass Farbstoffe böse sind. So wie Platon gegen die Kunst wettert, wettern wir gegen alles künstliche, nicht puristische. Während in vielen Ländern etwa Erdbeereis rot ist, so ist es bei uns eher zart rosa angehaucht. Die Deutschen haben bekanntlich ihre Dichter und Denker nie verstanden und so auch nicht Schiller, nachdem nur dort, wo gespielt wird, es wirklich menschlich zugeht. Glücklicherweise verstehen es die Franzosen auch ohne Schiller mit ihrem Essen zu spielen. Nicht nur schnitzen sie Kartoffeln und Möhren in schöne Formen, während etwa der Ehrgeiz meines Vaters stets darin bestand, Salzkartoffeln so dünn wie irgend möglich zu schälen (wobei ich mich frage, warum dann nicht gleich Pellkartoffeln?); sie stellen auch einen grünen Pfefferminzsirup her, Marke Monin, den man auch in den etwas verspielteren Lebensmittelgeschäften Deutschlands kaufen kann.
Meine Kinderregel für gutes Eis lautet: Es muss noch schmecken, wenn man es mit irgendeiner anderen Sorte, die im „gemischten Eisbecher” landet, vermatscht. Mein grünes Minz-Eis harmoniert bestens mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, auf dem Foto etwa mit Malaga-Eis, aber auch etwa mit Schokoladeneis usw.
Zutaten:
- 3 Eigelb
- 75 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 200 ml Milch
- 200 ml Sahne
- 75 ml Monin Pfefferminz-Grundstoff
Die Eigelbe mit dem Zucker und der Prise Salz verrühren. Nebenbei: lange Zeit war ich viel zu vorsichtig mit der berühmten Prise Salz an Süßspeisen und umgekehrt der Prise Zucker an Herzhaftem. Es bringt dann so wenig, wie das ebenso berühmte einzelne Loorbeerblatt (wenn schon denn schon).
Die Milch auf ca. 80 Grad erhitzen und zu den Eiern geben. Wieder zurück in den Topf und zur Rose (ca. 82° tötet auch evtl. Salmonellen in den Eiern) schlagen; die Sahne hinzugeben und abkühlen lassen.
Dann den Pfefferminzsirup unterrühren und ab in die Eismaschine.
Man kann etwa 50 g Schokoladensplitter hinzufügen, bevor das Eis fast steif ist.
Das Malaga ist übrigens Vanillle-Eis oder Eis von weißer Schokolade mit etwa vier Stunden in Malaga-Wein eingelegten Rosinen (keine Corinthen, die sind zu hart).