Obama favorisiert irgendwie die klassische Familie

„Hecki am Herd” — die Fortsetzung

In einem meiner letzten Artikel, Hecki am Herd, habe ich kurz den Aufwand und Luxus der klassischen Familie mit einer „Vollzeitstelle” im eigenen Haushalt skizziert.

Nun lese ich ja immer noch an dem meist langweiligen Buch von Obama, The Audacity Of Hope, und gegen Ende fand ich dann doch noch mal einen lesenswerten Abschnitt. Auf Seite 344 schreibt er, nachdem er sich zuvor für in Europa übliche Förderung der Vereinbarkeit von Kindern mit Jobs ausgesprochen hat:

Of course, none of these policies need discourage families from deciding to keep a parent at home. … it may mean home schooling or a move to a community where the cost of living is lower. For some families, it may be the father who stays at home—although for most families it will still be the mother who serves as the primary caregiver.

Whatever the case may be, such decisions should be honored. If there’s one thing that social conservatives have been right about, it’s that our modern culture sometimes fails to fully appreciate the extraordinary emotinal and financial contributions—the sacrifices and just plain hard work—of the stay-at-home mom. Where social conservatives have been wrong ist in insisting that this traditional role is innate—the best or only model of motherhood.

Ausnahmsweise kann ich hier mal Obamas Einstellung voll und ganz teilen. In Deutschland wird eine solche Position kaum noch von Konservativen vertreten, von SPD, FDP, Linken und Grünen ganz zu schweigen.

Es wird der Druck nicht anerkannt, dem eine Frau ausgesetzt ist, die sich heute dafür entscheidet, lieber das süße Heimchen am Herd, als die geile Schlampe auf der Überholspur der Karriereautobahn sein zu wollen. Und Männer trauen sich auch heute oft auch eher, ihre Frauen zu wilden Späßen zu animieren, als ihren heimlichen Wunsch nach traditioneller Familie überhaupt nur zu äußern. So hatte ich vor wenigen Wochen eine Diskussion mit einem Mit-Dreissiger, der zusammen mit seiner Frau ein Haushaltseinkommen von 160.000 Euro aufbringt. Er gestand mir nach anfänglicher Verteidigung der typischen Klischees, dass er überhaupt keine Lust habe, ein Kind zu bekommen, das den ganzen Tag in irgendwelchen Institutionen verbringt. Er würde sich wünschen, dass seine Frau zu Hause bliebe. Aber er gestand mir auch, dass er meilenweit davon entfernt war, diese Idee auch nur vorsichtig überhaupt mal anzusprechen.

Interessanterweise entgeht den Meisten irgendwie das doppelte Spiel der Mainstreammedien. Bei Hartz-4-Empfängern wird ja immer gern unterstellt, dass die ja eigentlich mehrheitlich nur faul sind und gar nicht arbeiten wollen. Aber wenn es dann um die traditionellen Familienwerte geht, wird auf einmal von den selben Volksverhetzern (musste mal sein, diese rechte Anspielung) unterstellt, dass alle Frauen sich nur bessere Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Kinder wünschen und keine Mutter gern zuhause bliebe und als Hausfrau auf ihre Karriere verzichten würde. Zumindest dass hier irgendwie ein Widerspruch herrscht, sollte doch auffallen?

Notizen zum Text (von mir und Gästen)