Gebratene Nudeln

China  halb spontan

Eigentlich hätte ich folgendes Rezept nicht hier aufgeschrieben, weil es eher eine Improvisation ist. Wir hatten noch ein Schweineschnitzel im Kühlschrank und ich fragte Sabine, was ich zum Abendessen kochen könnte. Sie meinte, warum nicht mal chinesische gebratene Nudeln. Da ich nicht viel Zeit hatte, googelte ich schnell oberflächlich und fand zunächst nur Rezepte mit irgendwelchen Fertig-Gewürzmischungen. Nun „Chinagewürz” – wohlgemerkt in Anführungszeichen – hat die deutsche Küche schon in den 60ern entdeckt und war bei uns früher sowas wie Maggi: es kam überall dran. Und das heisst für mich heute: es kommt mir nicht in den Topf. 

Dann fand ich zufällig im Kirchenweb.at eine Liste mit Chinesichen Zutaten, darunter die Angabe, dass das s.g. Fünf-Gewürz-Pulver aus folgenden fünf Zutaten bestünde: Ingwer, Sternanis, Fenchelsamen, Nelken und Pfeffer. Hätte ich weiter gegoogelt, wäre ich schlauer gewesen, aber stattdessen habe ich mir schnell beim Asiaten um die Ecke Fenchelsaat und chinesische Eiernudeln gekauft, Sojasprossen vergessen, den Rest hatte ich zuhause. Das Problem ist jetzt, dass Sabine von den Gebratenen Nudeln so begeistert war, dass sie die spontan zu ihrem Lieblingsessen erklärt hat und ich also jetzt hier das Rezept so „falsch” aufschreibe, damit ich es möglichst ähnlich reproduzieren kann und sie sich wieder freut…

Zunächst also die Fünf-Gewürze-Mischung:

Dazu habe ich 1/2 Teelöffel schwarze Pfefferkörner, 2 Nelken, 1 Teelöffel Fenchelsaat, 1 Teelöffel Anis, 1/2 TL Kreuzkümmel, sowie 2 Loorbeerblätter in einer Pfanne ohne Fett etwas angeröstet und dann im Mörser fein zerstoßen. Anschließend ein daumengroßes Stück Ingwer und eine Knoblauchzehe mit zerstoßen und mit je ca. 2 EL Sojasoße und Öl vermengt. In dieser Mischung habe ich dann das in feine Streifen geschnittene Schweineschnitzel ein paar Stunden mariniert.

(Wer nachzählt und auf mehr als fünf Gewürze kommt, hat sich nicht verzählt, ich habe nach dem Einkaufen noch mal gegoogelt und  diese mein Vertrauen erweckenden Anleitungen für five-spice gefunden, wonach sich die “fünf” nicht auf die Anzahl der Gewürze bezieht, sondern… aber das steht da ja.

Dann die Nudeln kochen (sie brauchen nur wenige Minuten, bis sie bissfest sind), abgießen und beiseite stellen.

Inzwischen eine Frühlingszwiebel und eine rote Paprika in kleine Würfel schneiden und in etwas Schmalz scharf und kurz anbraten. Das Fleisch dazu und wiederum kurz anbraten, dann die Nudeln dazu. Schließlich habe ich noch etwas Wasser mit Speisestärke dazugegeben und mit einem Brühwürfel (wg. dem Geschmacksverstärker) „gesalzen”, fertig und – scheinbar – lecker.

Notizen zum Text (von mir und Gästen)