TV-Tipp Report zum Glühbirnenverbot am 5.01.2009

Kritik am Glühbirnenverbot wächst? 

[Update: Video vom REPORT-Beitrag]

Am 5.1.2009 berichtet das Magazin REPORT  München  um 21.45 unter dem Titel Teuer, sinnlos, gefährlich. Forscher warnen vor EU-Glühbirnenverbot über angeblich „immer heftigere Kritik” von Klimaschützern und Medizinern an dem geplanten Aussterben der Glühbirne.  Falls der Beitrag sehenswert ist, werde ich ihn oder einen Auszug daraus hier einstellen.

 

Als ich vor knapp zwei Jahren in Telepolis dieses Verbot kritisch ansprach, haben die Leser meinen Artikel nahezu einhellig verrissen und Zustimmung kam, wenn überhaupt, aus der falschen Ecke von Leuten, denen unsere Welt oder verantwortliches Handeln irgendwie total am Arsch vorbeigeht. Und da die meisten Kritiker meines Artikels mich genau in diese Schublade stecken wollten, war ich über die Oberflächlichkeit des Telepolis-Publikums damals doch recht enttäuscht. Unter den wenigen, die den philosophischen Teil meiner Kritik verstanden zu haben schienen, war immerhin Gerd Bergfleth, deutscher Übersetzer von Bataile und, wie ich es auch von anderen Artikeln gewohnt bin, bekam ich eher heimlichen Zuspruch von verschiedenen Forschern und Institutionen, die mir aufmunternde EMails schrieben, aber sich eben nicht öffentlich im Forum bei Telepolis äußern wollten. 

Nun bin ich mal gespannt auf den Beitrag im Report. Gemäß der durch das Umweltministerium geförderte Klimaktiv.de  sollen wir also offensichtlich mal wieder langsam abgekocht werden (ihr kennt die Geschichte vom Frosch im Wasserglas?): Ab September d. Jahres wird man demnach keine matten Glühbirnen mehr im Laden finden, ein Jahr später dann keine 75 Watt-Birnen mehr, ab 2011 verschwindet die 60-Watt-Birne und ab September 2012 auch die 10-Watt-Birne.  2016 werden dann auch viele heute noch als energieeffizient angepriesenen Halogenlampen verboten.  

Einer meiner Leser arbeitet gerade (hoffentlich) an einem Programm, das beispielhaft zeigen kann, wie wir mit einer Zeitrevolution, genauer einer Rückbesinnung auf römische Zeitrechnung, einen sinnvolleren Einstieg in das so genannte Solarzeitalter finden könnten, als mit dem vom Kalvinismus geprägten “Energiesparen” des Industriezeitalters.

7 Kommentare

  1. Thors Hammer schreibt am:

    Also, dass dieses Verbot NICHT für das Klima gemacht wird, dürfte schon dadurch klar sein, dass die EU Massen-Tiertransporte durch halb Europa subventioniert. Sicher subventioniert die EU auch andere Transporte, aber wegen der vielen Tierschutzorganisationen ist diese sehr bekannt. Desweiteren verbraucht die Herstellung eine Energiesparlampe das 10-fache an Energie wie die einer entpr. Glühbirne, enthält giftiges Quecksilber und sogar Elektronik ( zum starten ). Damit sind Energiesparlampen mit Sicherheit nicht ökologischer, zumal die Stärke des Treibhauseffektes von CO2 auch stark umstritten ist, aber lassen wir das Thema, führt hier zu weit.
    Also dürfte das Verbot eher eine Mischung aus Finanzinteressen der Hersteller von Sparlampen ( den Geldbeutel sparen Sie eben gerade NICHT ) und bürokratischer Herrschsucht sein.
    Hier zeigt sich übrigens, dass es mit dem ” Neoliberalismus ” soooo weit eben nicht her ist. Liberalismus in Form von Deregulierung wird nur dort gefördert wo es den großen Konzernen nutzt, woanders werden Bürokratie und Subventionen in sozialistischer Manier immer weiter ausgebaut.

    Gruß, Thors Hammer

  2. Klaus Heck schreibt am:

    @Thors Hammer:

    Zum ersten Satz: Nein, das ist zwar verführerisch naheliegend, aber keineswegs zwingend, denn auch die EU funktioniert nicht monotheistisch ;-), meint — es kann sich in einem Feld die Macht für “Öko” durchsetzen, in einem anderen Feld eine andere Macht, nennen wir sie einfach mal “gegen Öko”.

    Wahrscheinlich ist, dass hier Interessen von Osram und Konsorten eine große Rolle spielen, wie ich es ja im TP-Artikel auch erwähne, ist der Markt für herkömmliche Glühbirnen duch Me-Too-Anbieter kaputt, während die großen Marken eben im Energiesparlampenmarkt noch die Nase vorn haben.
    Übrigens habe ich unter “Neoliberalismus” nie etwas anderes verstanden, als Freiheit für die herrschenden Konzerne.

    Das Problem war/ist, dass beim Glühbirnenverbot auf einmal alle ihre Birne abschalten und meinen, dass es doch egal ist, ob da nun Osram oder wer auch immer dran verdient, weil es ja schließlich gut für die Umwelt ist und auch egal ist, ob und wie viel das wirklich bringt, weil schließlich ja mal überhaupt was “in die richtige Richtung” passiert, und sei es nur “symbolisch”. Ich sage dagegen: es ist die falsche alte Richtung und also das falsche Symbol. Darauf kommt es mir an, darauf, dass “Energiesparen” = “Energieverschwenden” ist, wie von Bataile bereits angedeutet: Die Sonne (des Solarzeitalters) verschwendet sich selbst, ein platter Vergleich: wer käme auf die Idee Sonnenschirme (analog zu “matten Glühbirnen”) zu verbieten?

  3. keppla schreibt am:

    > Desweiteren verbraucht die Herstellung eine Energiesparlampe das
    > 10-fache an Energie wie die einer entpr. Glühbirne, enthält giftiges
    > Quecksilber und sogar Elektronik ( zum starten ).

    Und wieviel genau wäre das? Warum immer dieses abergläubische Beharren auf Symbolen für schlechtes, anstatt die tatsächlichen Werte zu vergleiche?

    Tut mir leid, das so zu sagen, aber ob eine Lichtquelle A unter festen Umständen mehr Verbraucht als eine Lichtquelle B hängt nicht von guten Argumenten oder den Glauben daran ab, sondern ist einfach ein messbarer physikalischer Fakt*.
    Nimm einen Raum, bring ein Lichtmessgerät drin an, bring einen Stromzähler an, Schraub von beiden Lichtquellen nacheinander soviele rein, dass die Helligkeit die gleiche ist, und schalte sie beide gleichhäufig und gleichlange an und ab, so man es vorhat, im normalen Betrieb zu machen.
    Welche weniger verbraucht, lässt sich dann ganz einfach am Stromzähler ablesen.
    Wenn es statt dem Stromverbrauch um die Wirtschaftlichkeit geht, Vegiss den Stromzähler und vergleiche die Summe der Stromrechnungen und Leuchtmittelkosten.

    Dementsprechend muss ich leider auch sagen, dass ich die Verrisse schon nachvollziehen kann, wenn im Artikel z.B. das hier steht: “eine 15 Watt-Glühlampe verbraucht, bzw. leistet, genau so viel, wie eine 15 Watt-Energiesparlampe”, was eben falsch ist: sie verbrauchen gleich viel elektrische Leistung, sie Leisten aber nicht notwendigerweise das gleiche, die eine kann durchaus heller sein.
    Aber auch in anderer Hinsicht leisten sie nicht das gleiche (und da, glaube ich, kann ich den artikel wieder verstehen): auch wenn ich die von dir gefühlte Verbindung von Glühbirnen zum Feuer nicht erkennen kann**, wenn sie eine andere Farbe oder Startintensität produzieren leisten sie Qualitativ etwas anderes, und sind somit, wenn das die persönlichen Präferenzen berührt, eben nicht mehr vergleichbar.
    Wenn mein Ziel “hell und billig” ist gewinnen typischerweise Energiesparlampen (man siehe Büroräume, da gibts fast nur leuchtstoffröhren), wenn mein Ziel “ich möchte eine Glühbirne, weil sie mir gefällt” ist, gewinnt logischerweise die Glühbirne.

    Und u.A. deshalb bin ich auch gegen das Verbot: ich finde, der Staat hat sich aus meinen Präferenzen rauszuhalten (da bin ich liberal). Wenn ich der Meinung bin, mein Zimmer mit einer Teslaspule zu beleuchten ist das mein Bier, ich muss den Strom ja auch selber kaufen.

    *) Ich weis, “wissenschaftliche Fakten” eignen sich mitunter hervorragend, um ein suggestives Bild aufzubauen. Trotzdem, die Lage hier ist imho simpel genug, das so zu sagen, ohne groß Philosophisch ausholen zu müssen.

    **) ich MAG Feuer. Ich könnte tagelang Dinge anzünden und gucken, wie das Feuer sie frisst, warm pulsiert, raucht und nach mehr lechtzt. Glühbirnen aber sind einfach nur hell.

  4. keppla schreibt am:

    PS: ja, der Leser ist dabei
    Ich glaube, das Modell ist halbwegs stimmig, und ich vermute, es wird dich freuen, dass ich (nicht zuletzt aus Stilgründen ;) ) von einer flachen Erde, mit dem Betrachter in der Mitte, der von der Sonne umkreist wird, ausgehe.
    Probleme, die ich hoffe, in nächste Zeit anzugehen sind, wann ich Anfange zu zählen, und das ganze mal anhand von quellen zu testen (also gucken, was das Modell als Sonnenaufgang angibt, und was z.B. der nautische Kalender sagt)

  5. Klaus Heck schreibt am:

    Warum immer dieses abergläubische Beharren auf Symbolen für Schlechtes, anstatt die tatsächlichen Werte zu vergleichen?

    Hhm. Hier verstehe ich deine Frage nicht ganz. Meinst du Quecksilber als „Symbol für Schlechtes”? Abgesehen davon, dass sich mir dann nicht der Aberglauben erschließt, dass Quecksilber im normalen Hausmüll entsorgt, ein Problem darstellt, zeigst du doch selbst auf, dass hier eine ökologische Bilanzierung eben nicht so einfach ist, da man es hier eben nicht mit einfachen „tatsächlichen Werten” zu tun hat, sondern mit komplexen „Mächten”.

    wenn im Artikel z.B. das hier steht: “eine 15 Watt-Glühlampe verbraucht, bzw. leistet, genau so viel, wie eine 15 Watt-Energiesparlampe”, was eben falsch ist: sie verbrauchen gleich viel elektrische Leistung, sie leisten aber nicht notwendigerweise das gleiche, die eine kann durchaus heller sein.

    Das ist ein Beispiel für – wissenschaftlich unzulässige – Vermischung von Messgrößen. WATT ist eben Maß für Leistung und das heißt, nur als Tätigkeit umformuliert = für das, was sie leistet. Du willst aber jetzt einen zusätzlichen Wert einbringen, nämlich, was sie dir bringt, was sie dir nützt. Und da wird eben einfach unterstellt, dass eine Glühbirne dazu da ist, einen Raum hell zu machen und sonst nichts. Aber eine Glühbirne strahlt z.B. eben auch Wärme aus und diese ist – nicht nur im Winter – durchaus ein möglicher Wert, gerade Strahlungs-Wärme wird z.B. anders erlebt, als einfach die Raumtemperatur. Ich spüre, wenn ich etwa an einer Schreibtischlampe nur nah genug sitze, sogar bewusst diese Wärme auf meiner Haut. Sicher kennst du die Anwendung, Depression bzw. depressive Verstimmungen mit Licht zu heilen. Ich wette bei diesen Lichtkanonen spielt auch die Wärme eine Rolle. Aber, wie du weiter schreibst, verstehst du das ja dann auch wieder.

    ich finde, der Staat hat sich aus meinen Präferenzen rauszuhalten (da bin ich liberal). Wenn ich der Meinung bin, mein Zimmer mit einer Teslaspule zu beleuchten ist das mein Bier, ich muss den Strom ja auch selber kaufen.

    Teslaspule im Wohnzimmer

    Na, das hieße stark übertrieben, dass jeder der es sich leisten kann, eine Atombombe zu kaufen, diese auch zünden dürfe — wenn man nicht noch ewas anderes als bloße “Präferenz” hinzufügt, etwa die Behauptung, dass du ja mit „Energieverschwendung” niemanden schadest. Und hier wieder zurück zum Watt-Beispiel: Wenn ich in meiner Wohnung sagen wir mal 10000 Watt pro Tag pro Tag Strom verbrauche und mein Nachbar mit ansonsten ähnlichen Lebensumständen 40000 Watt, dann wird es irgendwie lustig, wenn der mir meinetwegen seine Energiesparlampen vorhält und mich einen Umweltsünder schimpft oder? Oder wenn sich 5 Leute in einer kleinen Hütte noch eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang um eine 100-Watt-Glühbirne scharen und dann aneinandergekuschelt (um nicht zu frieren) einschlafen, sollen die sich schämen gegenüber einem Single, der seine 300 qm-große Wohnung voll mit Energielampen ausstrahlt und sogar einen Teil seines warmen Wassers für sein Swimmingpool über Dachkollektoren erwärmt?

    Aber nicht einmal darum ging es mir ja in meinem Artikel, sondern um ein „alternatives”, nicht protestantisches Verständnis für Luxus. Und das zu vermitteln, ist mir leider nicht gelungen.

  6. keppla schreibt am:

    > Hhm. Hier verstehe ich deine Frage nicht ganz. Meinst du
    > Quecksilber als „Symbol für Schlechtes”

    nein, das “zehnmalmehr” beim Starten. Klingt böse. Sagt aber gar nichts aus. (Quecksilber hatte ich bisher als Symbol für raffinesse gekannt)

    > > sie verbrauchen gleich viel elektrische Leistung, sie leisten aber nicht
    > > notwendigerweise das gleiche, die eine kann durchaus heller sein.
    > Das ist ein Beispiel für – wissenschaftlich unzulässige – Vermischung
    > von Messgrößen. WATT ist eben Maß für Leistung und das heißt, nur
    > als Tätigkeit umformuliert = für das, was sie leistet.
    > Du willst aber jetzt einen zusätzlichen Wert einbringen, nämlich, was sie
    > dir bringt, was sie dir nützt

    ok, ich hätte das zweite “Leistet” in Anführungszeichen setzen sollen, aber trotzdem vermische ich hier nicht Messgrößen, bzw nicht mehr als im Orginialtext. Was die Birne an Leistung _aufnimmt_ ist das, was an Watt draufsteht. Was sie leistet, ist, was an Arbeit rauskommt. Sobald man davon spricht, dass sie was leistet, hat man diesen Wert eingebracht.

    Davon ab: warum aber auch nicht? Für die Aussage, was weniger Energie verbraucht ist die reine Betrachtung der Aufnahme so sinnvoll wie der Vergleich von Getränkepreisen ohne Betrachtung der Flaschengröße.
    Man muss schon sagen, was man optimieren will. Und dadurch bekommt es dann eine gewisse Ehrlichkeit: erstens gibt man das optimieren zu, zweitens, welche Eigenschaften man als wünschenswert akzeptiert.

    > Na, das hieße stark übertrieben, dass jeder der es sich leisten kann,
    > eine Atombombe zu kaufen, diese auch zünden dürfe — wenn man
    > nicht noch ewas anderes als bloße “Präferenz” hinzufügt

    Anders: ich sehe nicht, wo irgendwas ausser Präferenzen berührt wird. Das es nicht um Stromverschwenung geht, sieht man ja sehr schön an deinem Beispiel mit den zwei Haushalten.

    > Aber nicht einmal darum ging es mir ja in meinem Artikel, sondern um ein > „alternatives”, nicht protestantisches Verständnis für Luxus. Und das
    > zu vermitteln, ist mir leider nicht gelungen.

    für die, die den Artikel zuende gelesen haben, ist es dir vmtl schon gelungen. Nur brauchte ich zumindest etwas vertrauen in den Artikel, um in zuende zu lesen, und mich auf den Philosophischen Teil zu konzentrieren.

  7. Glühbirne schreibt am:

    Sagt eure Meinung unter

    http://www.gegen-gluehbirnenverbot.de/

    Vielleicht können wir noch etwas ändern.

Notizen zum Text (von mir und Gästen)